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Der Titel „Basilica minor“ wird einer bedeutenden Kirche vom Papst verliehen. Einen heiligen Papst haben wir unüberseh-bar in der Vierung der Kirche, Papst Gregor der Große. Er zählt zu den vier lateinischen oder abendländischen Kirchen-lehrern, also zu vier herausragenden Männern der Kirchenge-schichte, die durch ihr Tun und vor allem durch ihr Wort, das was sie gepredigt und auch als Lehre aufgeschrieben haben, die Kirche prägten und prägen bis heute.
540 wurde Gregor in Rom geboren. In das von ihm selbst gestiftete Andreaskloster in Rom zog er sich 575 als 35-jähriger zurück. Am 3. September 590 wurde er zum Bischof geweiht und wurde Papst. England, Spanien und die Langobarden führte er zur katholischen Kirche. Er war ein großer Seelsorger besonders in seinem caritativen Einsatz für die Armen und Schwachen. Jeden Tag hat er zwölf Arme oder Pilger an einem Steintisch, der noch erhalten ist, gespeist. Auch als großer theologischer Schriftsteller und Förderer der Liturgie, so dass wir bis heute vom gregorianischen Choral sprechen, hat er sich zurecht den Beinamen „der Große“ erworben.
Gerne wird er mit der Taube auf seiner Schulter dargestellt, so wie auch hier in der Basilika. Die Legende erzählt, dass der Heilige Geist in Gestalt einer Taube ihm Gedanken und Worte ins Ohr eingab. „Inspiration“ – das menschliche Wort der Heiligen Schrift, in Verkündigung und Lehre der Kirche ist immer auch Gottes Wort, von seinem Geist inspiriert – hoffentlich!?
Es heißt: der Heilige Gregor hier in unserer Kirche sei der Heilige mit den zwei Köpfen. Beim Abbau der Gerüste nach Vollendung der Kirche hätten unvorsichtige Arbeiter ihm mit einer Stange den Kopf abgeschlagen. Daraufhin schickte Giovanni Battista Carlone seinem Sohn, der zum Studium des Stucks in Waldsassen weilte, die Büste von Papst Clemens XI.
Ob nun Gregor oder Clemens einen ansieht, wird dem Betrachter letztlich gleichgültig sein, aber die geistliche Pointe dieser Begebenheit könnte nachdenklich machen. Ein Papst darf nicht kopflos sein, aber er muss auch nicht immer seinen Kopf haben oder gar durchsetzen. Paulus sagt: Christus ist das Haupt, die Kirche, die Getauften sind der Leib Christi. Durch Christus, das Haupt der Kirche, wird der ganze Leib zusammengefügt und gefestigt. (vgl. Eph 4,16) Das gilt für alle Christen. Unsere Kapitulation besteht nicht im Auf-geben, sondern im Auf-nehmen Christi als Haupt.
Einem, dem das nicht gerade leicht fiel, war der, den wir den ersten Papst nennen, Petrus. Er war ein Hitzkopf, salopp gesagt sogar auch ein Schwach-kopf, denn wie leicht ist er zum Verleugner Jesu geworden. Dennoch sagt ihm Jesus auf den Kopf hin zu:
„Du bist Petrus, der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ (Mt 16,18)
Diese Worte hat Franz Liszt in einem großen Werk für Chor und Orchester zu Musik gemacht. Wenn wir jetzt die Bearbeitung für Orgel hören, dann kann uns vielleicht folgendes durch den Kopf gehen:
Bin ich manchmal wie Petrus ein Hitzkopf oder will ich manchmal mit dem Kopf durch die Wand?
Für was bräuchte ich eine Eingebung des Heiligen Geistes wie Gregor?
Mit einer Pfarrkirche als Basilika stehen wir in einer besonderen Verbundenheit zum Nachfolger des Heiligen Petrus. Unser Papst ist zwar ein kluger Kopf und doch braucht er unser Gebet, die Kraft des Himmels. Auch das könnten wir jetzt tun. |