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Die einen sind nicht besonders leicht zu sehen, die anderen be-achtet man vielleicht nicht so. Die einen stehen auf höchster Ebene, die anderen „sind“höchste Ebene.
Ich meine die Darstellung der Propheten auf dem Hauptgesims mit den beiden Königen David und Salomo und die Apostelleuchter, die für die zwölf Apostel stehen.
Im theologischen Programm dieser Kirche stehen die Propheten mit David und Salomo als Zeugen des Alten Bundes und verweisen auf den Neuen Bund, den Gott in Jesus Christus mit allen Menschen geschlossen. In den Bildern des Rosenkranzzyklus schauen wir diesen Neuen Bund in Jesus Christus, die Heilgeschichte in seiner Menschwerdung, seinem Leiden und Sterben, seiner Auferstehung und Himmelfahrt.
Propheten sind keine Hellseher und betreiben keine Weissagung im herkömmlichen Sinne. Sie rufen zur Umkehr, erinnern das Volk Gottes an den Bund mit Gott, verkünden seinen Willen und klagen an, wo Gottes Gebote vergessen oder missachtet werden. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, eine unangenehme manchmal auch. In Jesus Christus haben sich ihre Verheißungen erfüllt, er selbst ist Priester, Prophet und König. In der Taufe haben wir durch die Salbung mit Chrisam Anteil daran. Wie Christus sollen auch wir Propheten sein, Platzhalter für Gott, damit er nicht vergessen und verraten wird.
Die 12 Apostel waren das auf ihre Weise. Nach der Auferstehung Jesu und der Sendung des Heiligen Geistes verkündeten sie Gottes Willen in der frohen Botschaft dessen, der sie berufen hat. Sie gelten als Fundament der Kirche, damit sie fortbestehen kann bis ans Ende der Zeiten. Darum werden bei der Weihe einer Kirche die Wände an zwölf Stellen gesalbt. Die Apostelleuchter erinnern daran. So sind wir umgeben von den zwölf Aposteln. In ihrem Licht kann uns aufgehen, was auch unsere Berufung ist, so wie es das Te Deum besingt: „Der Apostel heilger Chor, der Propheten hehre Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob und Dankgesänge.“ (GL 257 4. Str.)
Das übernimmt jetzt für uns die Orgel. „Cathedrales“ von Louis Vierne (1870-1937) wird erklingen. Ein Stück, das gut zu dieser Kirche und in diese Kirche passt. Denn über 300 Jahre steht sie da, einer Kathedrale gleich, hat Mönche gehen und Schwestern kommen sehen. Zurecht und mit Würde trägt sie den Titel „Basilica minor“ und ist dann am schönsten, wenn Menschen in ihr zusammenkommen und Gott feiern, umgeben von denen, die vor uns gelebt, geglaubt, gekämpft und gehofft haben, die Propheten und Apostel. |
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